Preisträger Niederösterreich

gemini + Wohnlandschaften im Wienerwald

Projektbeschreibung

Wien-Umgebung braucht von Loos nicht loszukommen. Dieses Projekt bietet vielschichtige Lebensräume, ohne auf gängige Grundriss-Zuschnitte zurückzugreifen. Das Ensemble der Baukörper ergänzt sich mit den Außenräumen Hof, gedeckter Hof, Dachterrasse, Gründach und Garten zu einer flexibel nutzbaren Wohnlandschaft, die als Vorwegnahme des Gegenhangs die Typologie des Wohnhauses im dörflichen Raum um einen Baustein anreichert. Die Holz-Beton-Verbund-Bauweise ist Decke, geschlossene Wand und Licht spendende Stützenreihe zugleich. Materialisierung und Betriebskonzept vereinen zeitgemäßen Pragmatismus mit sinnlicher Optik und Haptik. Eine Symbiose aus vor Ort beziehungsweise regional Vorgefundenem, wie Holz des Wienerwalds in der Konstruktion, Lehm des Aushubs als beheizter Boden oder Hanf aus dem benachbarten Tschechien als Dämmstoff. Mit dem doppelschaligen Fassadensystems aus Mehrstegplatten im Bereich der transparenten Fassadenabschnitte wird Niedrigenergiebilanz erreicht.

Architektin: AL1ArchitektInnen, bauchplan, grundstein und Peter Kneidinger
Planungsbeginn / Benützungsbewilligung:
Bebaute Grundfläche: 224 m2
Wohnfläche: 410 m2
Foto: Clemens Franke

Kommentar der Jurorin/des Jurors:

„Zwei Häuser, so lebendig wie ihre Bewohner. Die im Selbstbau entstandenen Baukörper stehen sich fein gegenüber und berühren sich fast beim gedeckten, gemeinsam genutzten Eingangsbereich. Die Fassade ist aus Stegplatten, die Konstruktion aus Beton und Holz, der Fußboden aus Stampflehm. Die natürlichen Risse im Lehm werden für die Kinder beim Spielen schon mal zur Pferdetränke und dürfen dann nicht geschlossen werden. Ein Badezimmer als Durchgangsraum, die Innenwände sind flexibel und werden sich den zu erwartenden Änderungen einmal gut anpassen. Den Sonnenschutz übernehmen die zahlreichen Obstbäume am Grundstück. Einfach und stimmig.“ Arch. Harald Höller, ORTE Niederösterreich

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